WG Leben Erwartungen & Realität

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Erwartungen.

Hoffnungen. Freude.

Ein Jahr vor dem Abitur war für mich klar: Ich ziehe aus. Weg aus meiner alten Stadt. Weg von der Familie. In eine WG. „Das wird hammer!“ „Das kann nur super werden.“ Habe ich gesagt. Wahrscheinlich werde ich ein, zwei Monate suchen müssen. Aber dann hab ich sie. Die perfekte WG. Ein Leben zu viert. Eine neue Familie. Neue beste Freunde. In der man nur Spaß hat. Zusammen kocht. Zusammen weggeht. Für einander da ist. Mein Zimmer ist 15m2 groß etwa. Richtig schön eingerichtet. Endlich. Nicht so zusammengestellt wie mein Altes. Es wird toll.

Realität.

Tja. Letztendlich habe ich 5 Monate gesucht. Gefühlte 3,000 Menschen kontaktiert. Unzählige Skype Interviews gehabt. Und dann endlich: ein Zimmer. 8m2. In einer 5er WG. Eine Zwecks-WG. Ohne Gemeinschaftsraum. Eine kleine Küchennische. Für Alle. 1 Mal haben wir zusammen gekocht. Wirklich kennen tue ich niemanden. Das was ich weiss, nur weil die Wände so dünn sind. Einer hört gerne Charts von vor 5 Jahren. „Call me maybe“ zum Beispiel. Man gewöhnt sich. Man kann es fast Vintage nennen. Ein anderer schlägt gerne Türen um 4 Uhr morgens. Dann ist man eben kurz wach. Rücksicht? Fehlanzeige. Jetzt im Winter schlafe ich mit Schal. Die Fenster sind undicht. Das Thermostat steht in der Nacht auf 15°C. Ob  ich koche? Selten. Die Küche ist sehr alt. Und klein. Aber vor allem immer belegt.

So schrecklich wie es klingt, ist es aber nicht. Ich nenne es eine Umstellung. Gewöhnungsbedürftig.

Ich liebe mein Zimmer. Es hat alles was ich brauche. Ich muss nicht viel putzen. Es sammelt sich kein unnötiger Müll an. Ich liebe auch die Zwecks WG. Hätte ich mir vorher NIE vorstellen können. Es hat so viele Vorteile. Ich komme erschöpft nach hause. Schließe die Tür hinter mir und weiß: Keiner wird anklopfen und mit mir einen Film sehen wollen. Ich habe meine Ruhe. Kann machen was ich will. Wenn ich den ganzen Tag in meinem Zimmer bleiben will, dann bleib ich die ganze Zeit in meinem Zimmer. Das stört niemanden. Ich lebe ohne Verpflichtungen. Und da bin ich froh drum. Freunde aus der Uni habe ich sowieso. Zu denen kann ich immer. Aber ich muss nicht.

Letztendlich kam alles anders. Anders als erwartet. Und doch bin ich unglaublich froh darüber.

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